Décalcage

 

Georg Gaigl hat sich eine individuelle künstlerische Arbeitstechnik geschaffen, die es ihm ermöglicht, zwei gegensätzliche Prinzipien auf seine Weise zu vereinen: die be- wusste Komposition und den Zufall.

Zunächst komponiert er seine Bilder als Collagen am Computer: Texturen, Landschaften, zeitgenössische und historische Fotografien von Personen, Häusern, Gegenständen, aber auch Worte setzt er auf überraschende Weise zusammen. Die digitalen Bilder lässt er in der gewünschten Größe auf einem für den nächsten Arbeitsschritt geeigneten Papier mit UV-beständigen Farbenseiten verkehrt plotten.

Den Ausdruck klebt der Künstler mit der Bildseite auf eine Holzplatte. Während der Klebstoff austrocknet, verbindet sich die Farbe des Ausdrucks mit dem Holz.Danach entfernt Gaigl vorsichtig den Zellstoff von der Rückseite des aufgetragenen Papiers: Die Papierschichten löst er mit Flüssigkeit an; anschließend trägt er sie mit einem Schwamm und den Fingern ganz behutsam wieder ab.Was dabei entsteht, wenn er das Bild über viele Stunden hinweg freilegt, lässt sich nicht vorhersagen. Zufällige weiße  Schrammen. Risse. Ritzen. Kleinste Papierreste klammern sich an das Bild. Die Oberfläche des Holzes trägt zusätzlich dazu bei, dem digital gestalteten Ausgangsbild eine ästhetische Präsenz und malerische Struktur und Qualität zu verleihen. Diese manuellen Aspekte der Bildbearbeitung lassen die Décalcage zu einer einzigartigen Bildtechnik werden.

 

Dr. Thomas Vogl

 

 

Description of technique „Décalcage“

 

Georg Gaigl creates his very own and characteristic kind of art. He himself calls it Décalcage. The term and the technique follow Max Ernst’s Décalcomania, i.e. the casting of his backgrounds.

George Gaigl’s pictures arise from a long process: He works on fragments of magazine pictures or photos from the flea market that are already waste products of our media society and testify consumption and transience. He also uses video stills or other digital pictures, e.g. from the inexhaustible source of the internet. He scans them and then with computer joins these patterns together to create a new picture. The computer prints are now reversely pasted on wooden boards. In the following and most important step, the paper layers are being rubbed off for days. In this way, rips, holes and white spots are caused by chance.

 

Beholding his work these familiar fragments and colours touch our deep emotions: The artist allows us to associate the picture with our personal, intimate memories. (...)